Hallo an alle,
wir sind heute (30.6.) in Torrey angekommen. Das liegt 100 Meilen hinter dem Bryce Canyon und wenige Meilen vor dem Capital Reef Nationalpark. In 2 Tagen sind wir in Moab, werden uns dort einige Tage aufhalten (u.a. natuerlich im Arches Nationalpark), den 4. Juli mit den Amerikanern feiern und noch einmal die Seele baumeln lassen (wenn das bei angesagten 39 Grad ueberhaupt moeglich ist). Am 8.7. fahren wir dann in 2 Etappen nach Denver zurueck, wo wir noch einige Tage bleiben und unter anderem den Geburtstag von Shirley feiern werden.
Jetzt aber zu letztem Donnerstag, dem Highlight schlechthin: Die Wave
Wir haben sie geschafft, erlebt, waren von ihr begeistert und ebenso mit den Kraeften am Ende ... Schon die Hinfahrt am Tag zuvor war abenteuerlich. Wir mussten ueber die House Rock Valley Road 10 Meilen zum Teil uebelste Waschbrett-Piste fahren. Zum Glueck hatte es die Wochen zuvor nicht geregnet , sonst waere der ein oder andere Wash nicht zu durchfahren gewesen. Aber auch so musste unser Wohnmobil einiges aushalten. Wir benoetigten eine Stunde fuer die 16 Kilometer. Der Stateline Campground liegt 2 Kilometer suedlich des Trailheads zur Wave. Es gibt nichts ausser 2 Stellplaetzen und 2 Walk-Inn Campsites. Als es Abend wurde, war es immer noch sehr heiss und wir setzten uns raus. Da wir aber am naechsten Tag den Wecker auf 6 Uhr Utah-Zeit (bisherige 5 Uhr Arizona-Zeit) stellten, gingen wir bald zu Bett. Zuvor richteten wir noch die Rucksaecke und schmierten Brote. Als uns ploetzlich in der Daemmerung ein seltsames Geraeusch aufschrecken liess. Wir schauten raus und sahen in die Augen von aesenden schwarzen Rindern.
Als wir wach wurden, war es angenehm kuehl. Dies aenderte sich allerdings minuetlich. Trotz Vorbereitungen am Vorabend benoetigten wir eineinhalb Stunden, ehe wir los kamen. Tim war gut wach geworden, Svenja rebellierte ein wenig. Wie auch immer. Nach Sonnencreme verteilen kamen wir kurz nach 8 Uhr los. Es duerfen pro Tag nur 20 Personen die Wave bewandern. Neben einer Verlosung am Vortag gibt es wie gesagt eine Internet-Verlosung 3 Monate im Voraus. Und wir hatten das Glueck, zwei dieser zwanzig Personen am 26.6. zu sein. Zunaechst ging der Weg fuer eine viertel Stunde in einem ausgetrockneten Flussbett entlang. Dann steil bergauf zu einem Registrierpunkt (wer ist zu benachrichtigen, falls einem etwas passiert), wo man sich ein- und bei Rueckkehr wieder austragen muss. Danach ging es lange auf Sand bergab. Svenja lief diese erste Stunde und statt ihrer war eine Gallone Wasser im Rucksack. Vorm „Einstieg“ in die Felsenwelt verstauten wir das Wasser dann unter einem markanten Baum, damit wir fuer den Rueckweg Ersatz hatten und den nicht die ganze Strecke mitschleppen mussten – auch so hatten wir noch 6 liter Wasser dabei, die auch fast alle waren, als wir wieder am Baum ankamen.
Ab hier waren Svenja und Tim dann im Rucksack. Es wurde immer waermer, wir trafen mittlerweile auch die ersten Rueckkehrer, die uns viel Glueck wuenschten. Und als wir dann unten am letzten Anstieg zur Wave waren, war die Vorfreude, aber auch der Respekt vor dem letzten steilen Stueck gross. Wir umgingen das steile Sandstueck, indem wir in Serpentinen den Felsen hochkletterten. Auf jeden Fall machte es Petra etwas Angst fuer den Rueckweg.
Die Wave ist unbeschreiblich. Deshalb lassen wir lieber die Fotos fuer sich sprechen. Die eigentliche Wave ist etwa 50 mal 25 Meter gross und von einer Stelle aus sieht sie aus wie eine abgerundete viereckige Salatschuessel... nur eben viiiiiiel schoener. Uwe hat ja schon viel auf der Welt gesehen, aber dieser Anblick war eines, wenn nicht sogar DAS schoenste Naturphaenomen. Aber nach der 3-stuendigen Wanderung mit ueber 20 Kilo auf dem Buckel, war auch Erholung fuer den Rueckweg angesagt. Petra hatte im Schatten mit ihrem Kreislauf und ihrem Knie zu kaempfen und beaufsichtigte die Kids, damit Uwe Fotos machen konnte. Aber auch der Gedanke an den steilen Abstieg machten ihr Angst. Sie konnte die Wave gar nicht richtig geniessen.
Der Rueckweg war jedoch nicht so dramatisch wie befuerchtet. Der steile Abstieg stellte sich auf dem Sand als relativ einfach dar. Wir rutschten in grossen Schritten einfach runter (wie auf einer Duene). Danach mussten wir nur Ausschau halten nach den kleinen aufgeschichteten Steintuermchen (der Hinweg war vom Management des Nationalparks gut beschrieben. Wir erhielten in den Unterlagen eine detailierte Streckenbeschreibung mit Bildern). Auf der gesamten Strecke gibt es keinen Schatten, aber zum Glueck ging meistens ein angenehmer kraeftiger Wind, der die knapp 40 Grad ertraeglich machten. Nur kurz vor „unserem“ Baum verliefen wir uns dann doch. Wir waren zu hoch, sahen den Baum 200 Meter unter uns, nur war der Weg hier runter unmoeglich, da zu steil. Also 100 Meter zurueck und anders gelaufen.
Nach der Pause am Baum (zurueck waren wir fast doppelt so schnell, obwohl es pralle Nachmittagssonne war) musste Svenja wieder laufen, was in Anbetracht der Muedigkeit und Anstrengung eine halbe Stunde Weinen, Noergeln und Schreien ihrerseits mit sich brachte. Uwe nahm Tim auf die Schultern und Petra musste nun „nur noch“ mit unserer Grossen ans Ziel kommen. Der sandige Aufstieg und der steile Abstieg in das Flussbett waren fuer Svenja bestimmt nicht einfach, zumal sie entgegen ihrer hier in den USA wiedergefundenen Gewohnheit keinen Mittagsschlaf gemacht hatte.
Wir erreichten unser Wohnmobil kurz vor 3 Uhr nachmittags. Wir waren erschoepft, aber gluecklich. Dann mussten wir uns die Stunde auf der Schotterpiste zurueck geben, kurz vor Ende schliefen dann unsere beiden Maeuse. Und dann ging es noch die 60 Meilen bis zum Zion National Park. Aber darueber spaeter mehr.
Das war unsere Geschichte der Wave. Klickt auf die Fotos, dann koennt Ihr Euch ein Bild machen.
Die Peters
PS1: Wir sind von den Waldbraenden zum Glueck bisher nicht betroffen. Jedoch sind wir da, wo es jetzt brennt, vor wenigen Wochen durchgefahren (z.B. Big Sur am Highway 1)
PS2: Bernhard! Willkommen im Club der 40er! Und willkommen demnaechst zurueck in Ubstadt.
PS3: Wir haben das Fussball-Endspiel nur peripher verfolgen koennen, da wir lieber mit unseren Kindern im Pool des Ruby's Inn beim Bryce Canyon weilten. ... dann klappts halt in 2 Jahren in Suedafrika.
